Zukunft und Alternativen selber gestalten I: Verbund Rechtes Thunerseeufer
Aktuell arbeitet die Wasserversorgung der Gemeinde Hilterfingen mit folgenden Partnern zusammen: WARET AG, Energie Thun/WARET AG und Wasserversorgung Oberhofen. Anstelle eines künftigen einzelnen Partners, der mit der Konzentration auf das Grundwasserpumpwerk Amerikaegge ein Klumpenrisiko darstellt, bietet die Zusammenarbeit mit mehreren Wasserversorgern jeweils gegenseitig höhere Versorgungssicherheit beim Wasserbezug dank alternativen Lieferquellen, Kompetenz des Brunnenmeisters zum Handeln nach Bedarf für unsere Gemeinde und obendrein noch eine bessere Verhandlungsposition unserer Verwaltung und Gemeinderäte zu Gunsten von Hilterfingen.
Oberhofen hat eine vorbildliche Lösung geplant, die auch Hilterfingen beachten sollte:
Neubau Reservoir Burghalde mit Trinkwasserkraftwerk (vgl. Botschaft vom 27. November 2022, S. 4f):
“Über die Wasserversorgungsanlagen in unserer Gemeinde Oberhofen am Thunersee wurde 2011 und 2020 eine generelle Wasserversorgungsplanung (GWP) erstellt. Die Zustandsanalyse ergab, dass wir mit dem vorhandenen Quellwasser Goldbach und Brüggli über namhafte Wasservorkom men guter Qualität und auch Schüttung (Menge) verfügen. […] Damit kann ein ausreichender Druck sichergestellt und ein genügend grosses Speichervolumen (800 m3) bereitgestellt werden. Nach der Inbetriebnahme (geplant Herbst 2024) wird das alte Reservoir Burghalde stillgelegt.”
Zudem Wasserkraftnutzung mit 150m Gefäll zwischen Quellwasser und Reservoir -> 150MWh/Jahr (vgl. Botschaft vom 27. November 2022, S. 14):
“Als Turbine wird eine Peltonturbine vorgesehen, mit der Wassermengen von bis zu ca. +/– 900 l/min (15 l/s, max. Quellwassermenge GoldbachQuellen) und der Fallhöhe von ca. 140–150 Höhenmeter verarbeitet werden können; Nennleistung Generator ca. 15 kVA. In Abhängigkeit des Netzverbrauchs in den oberen Zonen sowie verfügbarer Quellschüttung können die nutzbaren Wassermengen (insbeson dere auch im Tagesverlauf) zwischen ca. 7 und 35 l/s schwanken. Dementsprechend ergeben sich mögliche elektrische Leistungen einer Turbinenanlage von ca. 8 bis 35 kW; bezogen auf die mittleren Wassermengen würde jährlich eine elektrische Energiemenge von ca. 100’000–150’000 kWh pro duziert werden können, womit sich der mittlere elektrische Jahresenergiebedarf von ca. 35 Haus haltungen decken liesse. Die Gestehungskosten liegen in einem Bereich von ca. 10 bis 12 Rp./kWh.”
Oberhofen muss entweder von der Waret (via Hilterfingen) oder von Sigriswil Wasser beziehen können (vgl. Botschaft vom 27. November 2022, S. 8):
“Die GWP wird vom Kanton erst bewilligt, wenn die Gemeinde ein Sicherheitskonzept vorlegen kann, in welchem ersichtlich ist, dass bei einem Störfall in unseren Reservoirs von einem anderen Lieferanten (WARET oder WV Sigriswil) das Wasser bezogen werden kann.”
Ein technischer Zusammenschluss “Wasserverbund Rechtes Thunerseeufer” könnte entstehen.
Bei der Wasserversorgung Gemeinde Sigriswil laufen zurzeit Abklärungen, wie eine künftige Zusammenarbeit mit der Wasserversorgung Oberhofen aussehen könnte. Wie die E-Mail der WV Sigriswil darlegt, zeigt sich diese als möglicher Verbundpartners offen.
Für die Realisierung eines Zusammenschlusses zwischen den Wasserversorgungen Sigriswil und Oberhofen besteht bereits ein Vorprojekt “Verbindungsleitung Oberhofen - Gunten (Sigriswil)“ mit diversen Varianten, welches zurzeit weiter vertieft wird.